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Psychische Störungen werden immer teurer
Sonntag der 15.August 2010 - 15.55 Uhr
Wiesbaden - Psychische Erkrankungen wie Demenz und Depressionen gehören zu den größten Kostentreibern im Gesundheitssystem. Laut Statistischem Bundesamt mehr...


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Demenzerkrankungen weiter steigend
Donnerstag der 15.Oktober 2009 - 09.14 Uhr

Pressemitteilung: Kuratorium Deutsche Altershilfe - Wilhelmine Lübke Stiftung e. V.

Düsseldorf 14.10.2009 - "Demenzerkrankungen sind nach wie vor nicht heilbar. Derzeit leiden in der Bundesrepublik
ca. 1,1 Millionen Menschen an einer Demenz. Bis 2050 wird sich ihre Zahl wahrscheinlich verdoppeln. Dabei gibt es
eine Reihe möglicher Präventionsmaßnahmen, die allerdings noch viel zu wenig bekannt sind." Auf diese Tatsache
wies Prof. Dr. Ralf Ihl, Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie am Krankenhaus Maria Hilf
in Krefeld, im Vorfeld eines am 15.10.09 auf der Düsseldorfer REHACARE beginnenden Fachkongresses hin.

Demenzerkrankungen gehören gesellschaftlich nicht nur zu den immer noch tabuisierten Krankheiten, sie sind im
Versorgungssystem gleichzeitig auch die teuersten. "Je früher die Diagnose bekannt ist, desto besser kann auch
geholfen und dadurch gleichzeitig etwa drei Jahre gewonnen werden", prognostiziert Prof. Dr. Ralf Ihl. Wichtig sei
zudem, das Krankheitsbild genau abzuklären. Denn es könne sein, dass demenzähnliche Symptome auch durch
Vitaminmangel oder Depressionen hervorgerufen werden. Zudem könne jeder durch körperliche und geistige
Aktivität sein Risiko senken, an einer Demenz zu erkranken. Vorsichtig optimistisch äußerte sich Ihl zum neuen
Medikament "Souvenaid". Das neue Medikament kommt wahrscheinlich im nächsten Jahr auf den Markt. "Man
darf hiervon allerdings keine Wunder erwarten, es ist ein anderer Weg der Behandlung. Weiterhin gilt jedoch: Auch
mit 'Souvenaid' ist Demenz nicht heilbar."

Demenzkranke und Pflegende brauchen konkrete Hilfen

"In der gegenwärtigen Situation kommt es deshalb auf zwei Dinge an: Einerseits muss die Grundlagenforschung
intensiviert werden. Dies ist u. a. mit der Ansiedlung des Demenzzentrums zur Erforschung der neurodegenerativen
Erkrankungen Kernstandort in Bonn und dem weiteren NRW-Standort in Witten/Herdecke geschehen". Weiterhin
kommt es darauf an, so Prof. Ihl weiter, "dass wir die Betroffenen aufklären, die häuslich Pflegenden entlasten und
die vorhandenen Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen koordinieren und in entsprechenden Hilfearrangements für
die demenzkranken Menschen bündeln". Hierzu muss die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den
Versorgungsangeboten gestärkt und die Vernetzung der Anbieter unterschiedlicher Hilfeleistungen verbessert
werden. "Positiv hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang", so Ihl, "die Arbeit der Landesinitiative
Demenz-Service Nordrhein-Westfalen." Gemeinsam haben Landesregierung und Landesverbände der Pflegekassen
vor fünf Jahren mit sogenannten Demenz-Servicezentren ein bundesweit einmaliges Informations- und
Unterstützungsnetzwerk für Fachleute genauso wie für Betroffene und deren Angehörige geschaffen", erklärt
Ministerialrat Roland Borosch vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW. Derzeit gibt
es flächendeckend 11 Demenz-Servicezentren in NRW. Zu Beginn des Jahres 2010 werden zwei neue in den
Regionen "Bergisches Land" und "Duisburg-Essen" hinzukommen.

Zurzeit leben rund 300.000 Menschen mit einer Demenz in Nordrhein-Westfalen. Ihre Zahl wird weiter steigen. "Der
Ausbau der Demenz-Servicezentren ist vor dem Hintergrund zu begrüßen. Es musste schnell und frühzeitig
gehandelt werden, denn es gilt den erheblich teureren Heimaufenthalt durch Begleitung im häuslichen Bereich
hinauszuzögern. Wir wollen damit aber auch gleichzeitig für andere Bundesländer ein Zeichen setzen, dass sich mit
begrenzten finanziellen Ressourcen etwas für die Verbesserung der Lebenssituation demenzkranker Menschen und
für die die Entlastung ihrer Angehörigen bewegen lässt", resümiert Gunnar Peeters, Leiter des Referates Pflege beim
Verband der Ersatzkassen e.V. für die Pflegekassen NRW. "Diese Art der Unterstützung ist nicht nur bundesweit
einmalig. Sie findet aufgrund des wohlüberlegten Einsatzes von personellen und finanziellen Mittel mittlerweile auch internationale Beachtung", so Christine Sowinski, Pflegereferentin beim Kuratorium Deutsche Altershilfe, das
die Landesinitiative koordiniert.

Menschen mit Migrationshintergrund nicht vergessen

"Eine ganz besondere Herausforderung sehen Experten in der Betreuung und Versorgung demenzkranker
Migrantinnen und Migranten. Mit dem Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in
Gelsenkirchen unterstützen wir Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser und Ärzte landesweit bei der Beachtung
familienorientierter und kultursensibler Besonderheiten bei der Betreuung und Pflege demenzkranker Migrantinnen
und Migranten," so Reinhard Streibel vom Gelsenkirchener Demenz-Servicezentrum. Das Kuratorium Deutsche
Altershilfe und das Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte bieten Fachkräften in der
Altenhilfe und Pflege Fortbildungsmaßnahmen und Materialien für diesen Bereich an.

Pressekontakt: Christine Sowinski, Kuratorium Deutsche Altershilfe
Tel.: (0221) 93 18 47-30; mobil: 0151/58 75 45 21
E-Mail: christine.sowinski@kda.de
Internet: www.demenz-service-nrw.de

URL zur Pressemitteilung: http://www.demenz-service-nrw.de
URL zur Pressemitteilung: http://www.kda.de

Sie können die Pressemitteilung als PDF hier downloaden:


Zugeordnete Dokumente:


pressemeldung_demenzerkrankungen_weiter_steigend.pdf
593 kByte


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