Die Berufsverbände BVDN, BDN und BVDP haben 2001 eine Fortbildungsakademie gegründet. Das Fortbildungsprogramm ist auf die Bedürfnisse niedergelassener Nervenärzte, Neurologen und Psychiater/Psychotherapeuten zugeschnitten. Seit 2001 hat die Akademie mehr als 200 Seminare durchgeführt. Die Fortbildungen finden meist samstags statt und umfassen acht Stunden. Für Sonderthemen, wie die sehr erfolgreiche Reihe „Forensische Psychiatrie“, bietet die Akademie auch zweitägige Wochenendveranstaltungen an.

Medizinische Rehabilitation ist die koordinierte und berufsgruppenübergreifende Behandlung zur Bewältigung von Krankheitsfolgen. Übergeordnetes Ziel ist die Erarbeitung und kontinuierliche Weiterentwicklung von Therapiekonzepten in der ambulant-wohnortnahen Neurorehabilitation.

Hierfür müssen die Leistungserbringer Qualitätsstandards entwickeln. Dabei sind zentrenübergreifende Konsentierungsverfahren und Projektarbeit erforderlich. Nur wenn Leistungserbringer einen hoher Qualitätsstandard sicherstellen und die Leistungsträger sie dabei unterstützen, können die Patienten von den Vorteilen der wohnortnahen Rehabilitation über ein verbessertes Outcome profitieren.

BVDN und BDN haben seit Ende der 1990er Jahre zunächst über die Arbeitsgemeinschaft ambulante Neurorehabilitation (AG ANR) und seit 2002 mit der Gründung des Bundesverbandes ambulante/teilstationäre Neurorehabilitation (BV ANR e.V.) systematisch versucht, die Weiterentwicklung der neurologischen Rehabilitation in Deutschland zu fördern. Das Vorausdenken und -planen in einer (individuellen) Versorgungskette von Akutbehandlung über Neurorehabilitation bis in die ambulante Nachsorge, die wirkliche Orientierung an Selbstbestimmung des betroffenen Patienten und an seinem Recht auf Teilhabe am Leben in der Gesellschaft und die sorgfältige Überleitung über die Grenzen der Versorgungsektoren stellen gerade bei neurologischen Patienten eine besonders hohe Herausforderung dar.

Dr. Dr. med. habil. Paul Reuther, Vorstandsmitglied

Die wirtschaftlichen Grundlagen des Faches zu sichern ist eine wichtige Aufgabe des Berufsverbandes. Der BVDN setzt sich daher auf verschiedenen Ebenen für eine angemessene Vergütung ärztlicher Leistungen in Nervenheilkunde, Psychiatrie und Neurologie ein. Konkret gehören dazu:

  • Die Arbeit in Gremien von Landes-KVen und der KBV zum Beispiel bei der dringend erforderlichen Weiterentwicklung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes.
  • Die Arbeit in der Bundesärztekammer und in Landesärztekammern zum Beispiel bei der Weiterentwicklung der Gebührenordnung für Ärzte oder der Weiterbildungsordnung.
  • Die Diskussion mit Krankenkassen zum Beispiel über besondere Versorgungsverträge.
  • Die politische Arbeit in Berlin – aber auch in Landeshauptstädten – damit unsere Anliegen in der Gesundheitspolitik präsent sind. Dazu gehören zum Beispiel Besuche bei Ministern und politischen Mitarbeitern.
  • Eine intensive Pressearbeit, die sich in erster Linie an die Entscheider in Politik und Gesundheitswesen richtet.

Leitbild Coach BVDN

Nicht zuletzt der aktuell veröffentlichte „Stressreport 2012“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigt auf: Psychische Probleme im Arbeitsleben nehmen zu und führen zu einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen und weiterhin zu hohen volkswirtschaftlichen Kosten. Die Botschaft von Arbeitsmedizinern lautet unter anderem: Multitasking funktioniert nicht. Das menschliche Gehirn schafft es nicht, zwei Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Bei Mehrfachanfragen passiert Folgendes: Das Gehirn schaltet sehr schnell zwischen den Aufgaben hin und her. Das kostet Energie. Energie, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber sinnvoller nutzen können.

Die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen - und seltener auch mit neurologischen - Erkrankungen ist in unserer Gesellschaft auch heute noch ein Problem. Die Berufsverbände setzen sich deshalb auf verschiedenen Ebenen konsequent gegen Stigmatisierung und Diskriminierung dieser Patienten ein. Entscheidend ist dabei die Aufklärung. Nur wenn die Menschen mehr über psychische Erkrankungen wissen, kann Stigmatisierung abgebaut werden. Der BVDP führt deshalb permanent Pressearbeit zur Aufklärung durch. Er engagiert sich im Aktionsbündnis Seelische Gesundheit und betreut öffentliche Veranstaltungen mit. Ein Beispiel hierfür ist die Veranstaltungsreihe IRRwege verstehen an der Volkshochschule Neuwied. Dieses Projekt ist 2012 mit dem Weiterbildungspreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden.

Studierende für das Fach Neurologie gewinnen, Netzwerke schaffen, Bedürfnisse identifizieren, Nachwuchskräfte in ihrer Weiterbildung unterstützen und die Faszination des Berufsfeldes Neurologie vermitteln – das sind die Ziele der Jungen Neurologen. Diese unabhängige, mit viel ehrenamtlichem Engagement betriebene Community ist die Nachwuchs-Organisation der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) und dem Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN).

Der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN), der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN), der Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP) sowie der Berufsverband für Kinder- und Jugendlichen-Psychiatrie und -Psychotherapie (BKJPP) haben sich im September 2013 zum Spitzenverband ZNS (SPiZ) zusammengeschlossen.  
Die Verbände sehen einen zukünftigen Versorgungsschwerpunkt in der Versorgung von Patienten mit Erkrankungen des ZNS. Neuropsychiatrische Versorgungsmöglichkeiten sowie zukünftige Versorgungsbedarfe in den Bereichen Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie (inklusive Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie) sowie Psychosomatik rücken zunehmend auch in den öffentlichen Medien in den Fokus des gesundheitspolitischen Interesses. Dies ist auch dem sich abzeichnenden demographischem Wandel unserer Gesellschaft geschuldet, aber auch strukturellen Veränderungen der Arbeitswelt sowie auch einer höheren Sensibilität und Wahrnehmung z. B. psychischer Beeinträchtigungen.

Das Wichtigste aus der Studie von Richard Layard haben wir hier für unsere Mitglieder zusammengefasst. Es stehen fünf PowerPoint-Folien zum Download bereit. Sie können diese gerne für eigene Vorträge nutzen.

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