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Pressemeldung – Ärzte brauchen mehr Zeit für Beratung

Begleitsymptome neurologischer und psychiatrischer Patienten werden häufig unterschätzt. Ein Beispiel dafür ist die Fatigue, also eine besondere Erschöpfbarkeit, die im Zusammenhang mit verschiedenen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen auftreten kann. Die Fatigue war deswegen Hauptthema des diesjährigen Neurologen- und Psychiatertages (NUP-Tag) am 5. April in Köln.
Die Fatigue ist ein anhaltendes Erschöpfungsgefühl mit Tagesmüdigkeit, das sich durch Ruhe- und Erholung nur unwesentlich bessert. Charakteristisch ist, dass die Patienten bereits nach geringfügigen Anstrengungen unverhältnismäßig erschöpft sind.

Fatigue bei Multipler Sklerose (MS)
Für 60 Prozent der MS-Patienten ist die Fatigue das am stärksten belastende Symptom. Häufig sehen sich Betroffene gezwungen, ihr Arbeitspensum zu reduzieren oder ihre Beschäftigung gar komplett aufzugeben. Nicht selten resultieren hieraus sozialer Rückzug und depressive Episoden. Das berichtete die Neurowissenschaftlerin Dr. Iris-Katharina Penner von der Universität Basel.

„Die Fatigue ist gerade im Berufsleben oft ein großes Problem. Die Patienten fragen sich, wie sie mit ihrer verminderten Belastbarkeit, möglichen Defiziten bei der Konzentration und der Müdigkeit zurechtkommen sollen“, erläutert der Vorsitzende der Berufsverbandes Deutscher Neurologen, Dr. Uwe Meier. Eine zentrale Rolle für MS-Patienten spiele oft die Frage, ob sie dem Arbeitgeber die Erkrankung und deren Einschränkungen erklären sollen. Dies seien enorm zeitintensive Fragen, bei denen die Patienten sehr viel Unterstützung benötigten. In der ambulanten fachärztlichen Betreuung fehle aber oft die Zeit für diese intensive neuropsychologische und psychologische Betreuung.

Regionale Versorgungsstrukturen gefordert
Die Betreuung von neurologischen und psychiatrischen Patienten, die an Fatigue leiden, sollte laut dem Vorsitzenden des Spitzenverbandes ZNS (SPiZ), Dr. Frank Bergmann, fachärztlich-ambulant und wohnortnah stattfinden. Der SPiZ fordert deshalb neue regionale Versorgungsstrukturen mit mehr Zeit für Gespräche und damit Zuwendung für den Patienten. Darüber hinaus fordert der SpiZ:

1) Etablieren eines eigenständigen Versorgungsbereiches zur neurologischen und psychiatrischen Versorgung
2) Bessere Vernetzung und Verzahnung der bestehenden stationären und teilstationären rehabilitativen und ambulanten Angebote
3) Hohe Priorität für Prävention, insbesondere auch im beruflichen Umfeld
4) Eine konzertierte Aktion der an der Patientenversorgung beteiligten Organisationen und den Trägern politischer Entscheidungsprozesse.

Gemeinsames Handeln von Neurologen, Psychiatern und Kinder- und Jugendlichenpsychiatern sei zur Durchsetzung dieser Forderungen notwendig, betont Bergmann.

 

Pressekontakt: Jochen Lamp, Tel 0172 4576407

 

pdf-IconÄrzte brauchen mehr Zeit für Beratung

Gesundheitspolitische Forderungen der KBV

Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat am 24.3.14 ein Positionspapier mit gesundheitspolitischen Forderungen veröffentlicht. Den Link zum Positionspapier finden Sie hier. Vertragsärzte und -psychotherapeuten fordern eine Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen und haben dazu acht Kernforderungen formuliert. Nur unter diesen Bedingungen wollen sie ihren Sicherstellungsauftrag weiter übernehmen. Das folge aus einer Befragung aller Vertragsärzte und -psychotherapeuten.

Die acht Kernforderungen der KBV
- Diagnostische und therapeutische Freiheit wieder herstellen
- Feste und kostendeckende Preise anstreben
- Versorgungsfremde Mengensteuerung abschaffen
- Ärztliche Autonomie in Fragen der ärztlichen Qualifikation wieder herstellen
- Regresse bei veranlassten Leistungen abschaffen
- Primat der ambulanten medizinischen Betreuung durch zugelassene Vertragsärzte
  und -psychotherapeuten betonen
- Kassenspezifische Gesamtverträge wieder ermöglichen
- Online-Vernetzung in die Hände der Ärzte und der ärztlichen Selbstverwaltung geben

2014: Neue Termine für die Ausbildung zum Coach BVDN

(24. März 2014) Die neuen Seminartermine für die Ausbildung zum Coach BVDN liegen vor.

Psychiater und Nervenärzte, die im Bereich psychischer Belastungen und Probleme im Arbeitsleben arbeiten möchten, können sich hier zum Coach BVDN fortbilden. Die Kollegen werden in den Seminaren auf die speziellen Fragestellungen in diesem Arbeitsfeld vorbereitet.

Voraussetzung für die Anerkennung als Coach BVDN ist das Absolvieren der Seminarteile 1 und 2. Die weiteren Seminarteile 3 und 4 sind optional. Nach Anerkennung als Coach BVDN haben die Teilnehmer die Möglichkeit, auf diese fachliche Besonderheit hinzuweisen und sich als Coach BVDN zu präsentieren.

Die Anmeldung ist ab sofort möglich. Weitere Informationen und eine ausführliche Darstellung der Seminare finden Sie unter dem Menüpunkt Themen. Die Termine für die einzelnen Seminarteile finden Sie auch im Kalender.

Seminar Teil 3: Do: 30.10.14 von 14.00–20.00, Fr:31.10.14 von 9.00–16.00

Seminar Teil 4: Do: 15.05.14 von 14.00–20.00, Fr: 16.05.14 von 9.00–16.00

Seminar Teil 1: Do: 13.11. 14 von 14.00-20.00,  Fr: 14.11.14 von 9.00–17.00,

Seminar Teil 2: Do: 04.12. 14 von 14.00–20.00  Fr: 05.12.14 von 9.00–15.00

NeuroTransmitter – die März-Ausgabe ist online

(17. März 2014) Die Ausgabe im März informiert
unter anderem über folgende Themen:
032014 NT Titelbild

  • Erfasst, verfolgt, vernichtet – Ausstellung „Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus“
  • Jubiläumstagung des VPsG: „Vernetzung und individuelle Freiheit – Wie viel Netz braucht ein Mensch?“
  • GOÄ korrekt auslegen (II): Versorgung von Heimpatienten
  • Ultraschall und Riesenzellarteriitis – Positive Sonografie in Kombination mit Klinik kann Biopsie ersparen
  • Psychiatrische Kasuistik: Stehen geblieben“  Ullrich-Turner-Syndrom
  • CME: Gerontopsychiatrie – Somatische Komorbidität bei Patienten mit psychischen Alterserkrankungen

Informationen für die bayerischen Mitglieder des BVDN/BDN/BVDP

Das aktuelle Rundfax der bayerischen Landesverbände bringt die Mitglieder berufspolitisch auf den neuesten Stand. Dr. Gunther Carl, erster Vorsitzender des BVDN Bayern, Dr. Karl-Otto Sigel, Landessprecher des BDN Bayern und Dr. Christian Vogel, Landessprecher des BVDP Bayern, informieren über 2014 geplante Neuerungen bei der Arzneimittel-Wirtschaftlichkeits-Prüfung und stellen Zahlen zur Honorarentwicklung 2013 vor. Ein weiteres Thema sind Sondervergütungen für psychiatrische Gespräche (21220) und MS-Behandlung. Außerdem berichtet das Rundfax über die neue Bereitschaftsdienstordnung und die geplante Einführung eines Poolärztesystems.

Am 10.5.2014 findet die Frühjahrstagung des BVDN Bayern im Klinikum rechts der Isar in München statt. Thema ist die Indikationsqualität bei veranlassten Leistungen in Neurologie und Psychiatrie sowie die Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Dienst MDK. Nähere Informationen zu den Themen und das Programm der Frühjahrstagung finden Mitglieder der Berufsverbände auf der Website des BVDN unter Landesverbände Bayern im Rundfax oder hier.

Pressemeldung von BVDN, BVDP und DGPPN – Wartezeiten auf Facharzttermin bei psychischen und neurologischen Erkrankungen: Berufsverbände und Fachgesellschaft stellen Eckpunktepapier vor

Wartezeiten auf einen Behandlungstermin beim Facharzt können für Patienten – gerade bei akuten psychischen und neurologischen Erkrankungen – schwerwiegende Folgen haben. In vielen Fällen
muss die Abklärung deshalb sogar noch viel rascher erfolgen als in der im Koalitionsvertrag festgehaltenen Vier‐Wochen‐Frist. BVDN, BVDP und DGPPN haben Konzepte für eine zeitnahe,adäquate fachärztliche Behandlung entwickelt, die sie in einem neuen Eckpunktepapier vorstellen.

Patienten, die zum Beispiel an einer schweren Depression erkranken oder unter akuten neurologischen Ausfallserscheinungen wie einer Lähmung oder an Sprachstörungen leiden, müssen unverzüglich medizinische Hilfe erhalten. Sie können in diesen Fällen nicht bis zu vier Wochen auf eine Abklärung beim Facharzt warten, wie dies aktuell in der Politik diskutiert wird. Doch in den vergangenen Jahren wurde es für Menschen mit psychischen Erkrankungen immer schwieriger, rasch einen Termin in einer Facharztpraxis zu erhalten. Gerade in der ambulanten Versorgung konnte die Angebotsstruktur dem sich verändernden und steigenden Bedarf bislang nicht gerecht werden. Mehr noch: Das von der ärztlichen Selbstverwaltung vorgegebene starre Vergütungssystem hat zu einem Abbau der psychiatrischen Behandlungskapazitäten geführt.

Dass eine zeitnahe und wirksame Verbesserung der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung möglich ist, zeigen BVDN, BVDP und DGPPN in einem gemeinsamen Eckpunktepapier auf. Wartezeiten lassen sich für Patienten weder durch eine alleinige personelle Aufstockung der Leistungsanbieter noch durch zentrale Koordinationsstellen verkürzen. Vielmehr braucht es eine besser abgestimmte Vernetzung der vorhanden ambulanten und stationären Versorgungsangebote im Sinne sektorenübergreifender Versorgungspfade und vor allem eine sachgerechte Vergütung der gerade für psychisch erkrankte Menschen so wichtigen Gesprächsleistungen in der ambulanten Versorgung.


KONTAKT:
BVDN
Dr. med. Frank Bergmann
Am Zollhof 2a
47829 Krefeld
Tel.: 02151 / 45 46 921

BVDP
Dr. med. Christa Roth‐Sackenheim
Am Zollhof 2a
47829 Krefeld
Tel.: 02151 / 45 46 921

DGPPN
Prof. Dr. med. Wolfgang Maier
Reinhardtstraße 27 B
10117 Berlin
Telefon: 030 / 240 477 211 

pdf-IconPressemitteilung: Wartezeiten auf Facharzttermin bei psychischen und neurologischen Erkrankungen: Berufsverbände und Fachgesellschaft stellen Eckpunktepapier vor

 
Gemeinsames Eckpunktepapier von BVDN, BVDP und DGPPN:

 pdf-IconLange Wartezeiten auf einen Facharzttermin: Verkürzung nur durch strukturelle Änderungen realisierbar

Pressemeldung – Depressionsbehandlung: Spitzenverband ZNS fordert enge regionale Vernetzung

Bei der Betreuung von Patienten mit Depressionen müssen alle Akteure vor Ort enger zusammenarbeiten und ein gemeinsames Netz für die Patienten schaffen. Das fordert der Spitzenverband ZNS (SPiZ) als Reaktion auf die Studie der Bertelsmann Stiftung zur Versorgung von Patienten mit schweren Depressionen. Laut dem neuen „Faktencheck Gesundheit“ der Stiftung erhalten drei von vier Patienten mit schweren Depressionen keine leitliniengerechte Therapie. „Wir müssen Versorgung viel stärker regional organisieren: Die Frage lautet: ‚Welche Angebote gibt es bei uns?’ Hausärzte, Fachärzte, Psychotherapeuten, Kliniken und Klinikambulanzen – das ist das Netz, das den Patienten abgestimmt und effektiv betreuen kann“, sagte der Vorsitzende des SPiZ, Dr. Frank Bergmann.

„Wartezeiten von zum Beispiel 17 Wochen für einen ambulanten Therapieplatz sind skandalös“, kommentierte Bergmann ein weiteres Ergebnis der Studie. Die Verdachtsdiagnose einer Depression stellten häufig Hausärzte. „Ihre enge Zusammenarbeit mit Psychiatern, Nervenärzten und Psychotherapeuten bietet die Möglichkeit, dass die Betroffene umgehend einen ambulanten Termin zur Abklärung und gegebenenfalls schnellen Behandlung erhalten“, erläutert Bergmann. Ziel dieses regionalen Versorgungsnetzes müsse sein, die Patienten sofort oder innerhalb von wenigen Tagen angemessen zu versorgen. Gemeinsame Fortbildungen und Qualitätszirkel sind laut dem SPiZ für die Umsetzung der Vernetzung wichtig.

Um eine zeitnahe und leitliniengerechte Versorgung von Depressionspatienten zu fördern, muss laut dem SPiZ die in diesem Bereich wenig sinnvolle und unzureichende Finanzierung ärztlicher Leistungen durch Pauschalen abgeschafft werden. Zielführend seien dagegen Einzelleistungsvergütungen und eine Aufwertung der besonders wichtigen Gesprächsleistungen.
Um die Wartezeiten zu reduzieren, sollten laut dem SPiZ außerdem gruppenpsychiatrische- und psychotherapeutische Angebote ausgebaut werden.

„Das Herzstück der Versorgung ist die Vernetzung im Sinne regionaler Verhandlungspfade“, betont Bergmann. Solche Projekte gebe es in einzelnen Regionen. „Wir brauchen sie aber nicht nur als Piloten, sondern flächendeckend. Hier sind die Krankenkassen im Rahmen der Selbstverwaltung gefragt“, so Bergmann.

www.bvdn.de; www.bv-psychiater.de; www.bv-neurologe.de

Pressekontakt: Jochen Lamp, Tel 0172 4576407

 

pdf-IconPressemeldung – Depressionsbehandlung: Spitzenverband ZNS fordert enge regionale Vernetzung

Pressemeldung – Demenz: Pflegende Angehörige auf Beratung durch Facharzt angewiesen

Die Beratung pflegender Angehöriger von Demenzpatienten ist eine fachärztliche Aufgabe. Deshalb fordert der Spitzenverband ZNS (SPiZ) eine angemessene Berücksichtigung von Gesprächs- und Beratungsleistungen für diese pflegeintensive Erkrankung. „Typischerweise sind pflegende Angehörige von Demenzpatienten sehr belastet und haben einen besonders hohen Informationsbedarf. Plötzliche Verschlechterungen wie akute Unruhe, Weglauftendenz zum Beispiel in der Nacht oder aggressive Verhaltensweisen erfordern wiederholte zum Teil kurzfristige Beratungen, hier kommen schnell insgesamt einige Stunden zusammen“, erläutert der Vorsitzender des SPiZ, Dr. Frank Bergmann. Neben den medizinischen Aspekten gehe es auch darum, die Angehörigen im Umgang mit den Erkrankten zu schulen, um Juristisches wie Autofahren, Vorsorgevollmacht, gesetzliche Betreuung sowie um entlastende soziale Hilfen. Außerdem sollte der Arzt das Befinden der Pflegenden mit im Auge haben. „Es handelt sich ja zumeist um betagte Angehörige, die plötzlich rund um die Uhr eingespannt werden“, so Bergmann.

Rund zwei Drittel der Demenzpatienten werden zuhause von ihren Angehörigen gepflegt (1, 2). Diese trauern um den Verlust eines Gegenübers auf Augenhöhe und müssen gleichzeitig anstrengende Pflege leisten. So kann es nicht verwundern, dass die Helfer oft selbst Probleme entwickeln. 60 Prozent der Pflegenden leiden unter Rückenschmerzen, 20 Prozent unter gedrückter Stimmung oder Depression und 25 Prozent unter Schlafstörungen (1). Die hohe Belastung kann bis zur seelischen und körperlichen Erschöpfung führen. Nicht selten kommt es zu psychosomatischen Erkrankungen oder Bewältigungsversuchen mit Psychopharmaka oder Alkohol (3).

Der Arzt ist ein wichtiger Ansprechpartner für die pflegenden Angehörigen. „Dabei reicht ein kurzes Gespräch meist nicht aus, damit die Angehörigen sich öffnen, zumal sie oft ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie vorübergehend ihr eigenes Befinden in den Vordergrund stellen. Wir müssen ihnen die Zeit für ein längeres Gespräch einräumen. Nur so kann sprechende Medizin funktionieren. Auch manche Operation dauert ja länger als eine Stunde“, so Bergmann.

Das Problem psychisch, physisch und finanziell überforderter pflegender Angehöriger ist kein Randphänomen. „Ein Rechenexempel: Aktuell gehen wir von 1,4 Millionen Demenzpatienten in Deutschland aus (2). Wenn zwei Drittel von ihren Angehörigen gepflegt werden, dann sprechen wir von fast einer Million pflegenden Angehörigen. Viele von ihnen sind überlastet“, so Dr. Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater BVDP. Besonders schwierig werde es für die Angehörigen, wenn die Patienten im Verlauf der Demenz Unruhe oder Aggressionen entwickelten. Dann steige neben dem Behandlungsbedarf der Patienten auch der Beratungsbedarf und der Stress der Angehörigen deutlich.

Diese Belastung können Pflegende auf Dauer nur bewältigen, wenn sie externe Hilfen in Anspruch nehmen. Allerdings kennen sie die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten meist nicht. Hier sind sie auf die qualifizierte Beratung durch den Facharzt angewiesen. Dann können Hilfsangebote wie die Beantragung einer Pflegestufe, die Einrichtung eines häuslichen Pflegedienstes, vielleicht die tageweise Unterbringung der Patienten in einer Tagespflege oder die Einbindung ehrenamtlicher Kräfte die Angehörigen sehr entlasten.

Auch kurzfristige Anpassungen der Medikation können den Umgang mit Demenzpatienten erleichtern. Ein Beispiel ist eine Schlafmedikation, um den Tag-Nacht-Rhythmus zu normalisieren und auch der Pflegeperson einen ausreichenden Nachtschlaf zu ermöglichen. Bei solchen Problemen sind häufig zeitnahe Konsultationen notwendig, auch um eine stationäre Behandlung zu vermeiden.

„Um diese intensive Beratung realisieren zu können, brauchen Neurologen, Nervenärzte und Psychiater einen ökonomischen Ausgleich“, stellt Bergmann fest.
Zwar sehe der Einheitliche Bewertungsmaßstab Ziffern für die Angehörigenbetreuung vor, in der Abrechnungswirklichkeit erhalte der Arzt für die Patientenbetreuung und die Angehörigenbetreuung zusammen aber eine Pauschale von rund 44 Euro für drei Monate. „Das genügt nicht einmal für die Patientenversorgung. Weil die Angehörigenbetreuung mit in dieser Pauschale enthalten ist, wird sie in der Regel de facto gar nicht vergütet“, kritisiert Bergmann. Seine Forderung: „Qualifizierte Beratungsleistungen sollten angemessen als Einzelleistung vergütet werden!“


1) Studie „Kundenkompass Stress“ der Techniker Krankenkasse:
http://www.yumpu.com/de/document/view/9571554/studie-kundenkompass-stress-techniker-krankenkasse (Seite 21)
2) Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 23.1.2013
http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Aeltere-Menschen/demenz.html
3) Füsgen I., Vogel H.R. (Hrsg.): Die Versorgung der Menschen mit Demenz: Anforderungen an die Kranken- und Pflegeversicherung. 23. Workshop des „Zukunftsforum Demenz“ Berlin, 2006
http://www.zukunftsforum-demenz.de/pdf/doku_19_innen.pdf (Seite 18)

www.bvdn.de
www.bvdp.de
www.bdn.de

Pressekontakt: Jochen Lamp, Tel 0172 4576407

pdf-IconDemenz: Pflegende Angehörige auf Beratung durch Facharzt angewiesen

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